Hundertwasser inspirierte die Aktion der zehnten Klasse im Schuljahr 2004/05 Pfinztal- Berghausen (ee). Gerade ist der Gong zur großen Pause an der Grund-, Haupt- uns Werkrealschule Pfinztal ertönt. Nach Klassen geordnet verlassen die Schüler Park- und Schlossschule in Berghausen und gehe zielorientiert zur Nordseite der Gartenschule (gegenüber der Pfinztalhalle ), wo sie bereits von Mitschülern erwartet werden. An der Ostseite des Pausenhofs treffen sie sich vor einer mit schwarzer Folie verhangenen großen Wandfläche. Die Enthüllung steht unmittelbar bevor. Nur soviel ist allgemein bekannt: die Wand, rund 30 Quadratmeter, wurde neu gestaltet und zwar in Anlehnung an den österreichischen Maler Friedrich Stowasser, jedem wohl besser bekannt als Friedensreich Hundertwasser. Die Spannung ist groß. Doch bevor der „Vorhang“ fällt, haben Schülersprecherin Nicole und ihre Klassenkameradin Ina das Wort. Die beiden gehen in die Werkrealschule und haben zusammen mit ihren 17 Mitschülern aus der zehnten Klasse für diese Arbeit verantwortlich gezeichnet. Sie erinnern an die Vorgeschichte, die bereits bei der Projektprüfung vor einem Jahr begann. Auf dem Papier und den Skizzen hatte man dort die Idee, die Schlossschule von 1907 farblich in ihrem Außenkleid aufzupeppen. Wie es wohl Friedensreich Hundertwasser getan hätte. Sagt Nicole, der vor 4Jahren 72jährig starb. Intensiv haben die Schüler sich im Fach „Bildende Kunst“ bei der Pädagogin Heike Geyer mit diesem Architekturdoktor beschäftigt. Ein Ansinnen, aus langweiligen, grauen Fassaden und Wänden farbenfrohe Flächen zu machen, faszinierte die 19 Schüler. Die Schulleitung war von der Idee angetan und zwar spontan, erklärt Rektor Waldemar Skrobanek in kurzen Worten. Jetzt heißt es Kontakt aufnehmen mit dem Hausbesitzer, der Gemeinde Pfinztal. Das Kommunale Bauamt als Ansprechpartner kam mit ins Projekt „Hundertwasser“. Übereinstimmend wurde die Westwand im Nordteil der 1953 erbauten Gartenschule ausgewählt. Die zehnte Klasse fertigte im Unterricht den Entwurf, der als Vorlage diente. Nach den Sommerferien fiel der Startschuss, die Arbeit begann. Jetzt fällt die schwarze Verhüllung, Riesenapplaus, Gejohle und Pfiffe erheben sich. Würde Hundertwasser noch leben, man hätte ihn ins Pfinztaldorf zu dieser Enthüllung eingeladen. Das Werk mit seinen für Hundertwasser typischen Spiralformen leuchtet. Und so soll es auch bleiben. Rektor Waldemar Skrobanek bittet die Schüler, die neu gestaltete Wandfläche sorgfältig zu behandeln.
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